Mittwoch, 26. Juli 2006

Der Wal hat die Qual

Qualwal

Kennt wer den Pottwal aus Douglas Adams' Buch PER ANHALTER DURCH DIE GALAXIS? Jener Wal, der kurz zuvor noch eine für Arthur Dents Raumschiff bedrohliche Atomrakete war, befindet sich seit seiner unerwarteten Verwandlung in einen Meeressäuger mit einem Mal im freien Fall aus dem Orbit des Planeten Magratea hinunter auf denselben. "Wer bin ich?", ist sein erster Satz seines nur kurzen Lebens. "Was meine ich wohl mit der Frage 'Wer bin ich?'", philosophiert er weiter. Wenige Sekunden später, gerade als der Wal glaubt, langsam das Leben verstanden und sich ein zusammenhängendes Bild von den Dingen gemacht zu haben, wird sein Dasein durch den unausweichlichen Zusammenprall mit Magratea beendet.

Der Wal hat die Qual. Das sagten schon die alten Norwegeher - und die Japanapapaner auch. Weit, weit vorher aber noch - ihr wisst schon, damals in der guten alten Zeit - da war es für beide Nationen noch große Tradition, in hellen vom Neumond beschienenen Regennächten ans Meeresufer zu gehen, um im seichten Wasser mit abgetrennten Pferdeköpfen dem ehrwürdigen Aalfang nachzugehen. Ganz schön widerlich eigentlich. Später jedoch, als das Schiff erfunden, aber das große A zu teuer geworden war, wurde aus dem Aalfang schnell der Walfang. Das W war zu jener Zeit einfach der billigste große Buchstabe. Ja, und somit war das traurige Schicksal der Wale besiegelt. Ein großes Pech. Wie gut würde es ihnen heute gehen, wäre seinerzeit das Sch günstiger gewesen. (Ich weiß ja, das Sch ist gar kein allein stehender Buchstabe, aber wer wird denn da gleich kleinlich sein?)

Von nun an übrigens gab es in besagten Ländern auch keinen teuren Anfang mehr. Man begann einfach gleich mit dem Ende. Partys wurden nun äußerst kurz. Genauso manche Röcke. In Romanen war von Beginn an klar, wie alles am Ende ausgeht. Und Würstchen sind das wohl bekannteste aus dieser würzigen Kürze erwachsene Phänomen, denn alles hatte lediglich ein Ende, nur die Wurst hatte jetzt eben zwei. Bei Regenwürmern streitet man sich da noch, aber da bleibe ich am Ball.

Sind denn noch jemandem die Aikinger ein Begriff? (OK, das waren vom Prinzip her keine Norwegeher, aber trotzdem Skandinavier) Ein ganz Bekannter von ihnen hieß Aickie. Von ihm sollte es später sogar eine Zeichentrickserie geben - unter neuem, billigerem Namen versteht sich. Lustige Nebenerscheinung des wirklich sehr teuer gewordenen Letters A war übrigens, dass es plötzlich keine Armut mehr gab. Manche waren jetzt einfach nur noch pleite. Und was meint ihr, wie verdammt neidisch sie heute alle auf den Audi sind?!

Jetzt am Ende frage ich mich, warum man in den beiden Ländern nicht von Anfang an einfach die generelle Kleinschreibung eingeführt hat. Und Japapan arbeitete doch ohnehin nur mit Strichzeichnungen. Aber sag das heute mal zu 'nem Wal!

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